Dort, wo die Blume wieder zu blühen beginnt 🌷
Es ist lange her, seit ich meinen letzten Newsletter geschrieben habe.
Bei mir ist wenig automatisiert, weil ich großen Wert darauf lege, wirklich in Verbindung zu gehen. Und so gibt es Zeiten, in denen ich viel mit euch teile, und Zeiten, in denen es stiller um mich wird.
So wie in den vergangenen Wochen.
Ich war sechs Wochen unterwegs. Sechs Wochen, in denen ich auf eine sehr intensive Weise mit mir selbst experimentiert habe. Ich bin tiefer in meinen Körper gegangen, habe mir erlaubt, mehr zu fühlen, wahrzunehmen und dem zuzuhören, was sich dort zeigt. Ich habe meinen Gefühlen durch meinen Körper Ausdruck gegeben, mich bewegt, geatmet, meine Stimme benutzt und mich immer wieder der unmittelbaren Erfahrung überlassen.
Dabei hat mich eine Frage immer wieder begleitet:
Wann ist ein Trauma eigentlich geheilt?
Und ich bin immer wieder an einen ähnlichen Punkt gekommen. Dorthin, wo die eigene Geschichte und die eigene Wahrnehmung dessen, was geschehen ist, geehrt und gewürdigt werden dürfen.
Was geschehen ist, gehört zu unserer Geschichte und darf in seiner ganzen Bedeutung gesehen, gefühlt und gewürdigt werden. Es hat Spuren hinterlassen und vielleicht etwas in unserem Leben für immer verändert. Das Geschehene selbst hatte einen Anfang, einen Verlauf und irgendwann einen Moment, an dem es vorüber war. Und dennoch kann etwas davon in uns weiterleben.
Im Körper. Im Nervensystem. In unserer Wahrnehmung, in unseren Reaktionen und manchmal sogar in der Art, wie wir heute der Welt begegnen.
Und dann gibt es noch eine weitere Seite:
Die Geschichte dessen, was im Körper und im Nervensystem weiterwirkt. Was sich zusammenzieht, obwohl die Gefahr längst vorüber ist. Was wachsam bleibt. Was reagiert, bevor unser Verstand überhaupt verstanden hat, was gerade geschieht.
Und genau hier beginnt für mich etwas Wesentliches: Wir können wieder in unsere Selbstwirksamkeit finden.
Wir können lernen, unseren Körper wahrzunehmen und unser Nervensystem zu regulieren. Und ich möchte es ganz vorsichtig ausdrücken: Wir können beginnen, dieser Fähigkeit in uns wieder zu vertrauen. Der Erfahrung, dass wir Einfluss darauf nehmen können, wie wir mit dem umgehen, was in uns geschieht.
Und dann kann die Blume in uns wieder anfangen zu wachsen.Ihre Geschichte gehört zu ihr. Und gleichzeitig darf sie wieder spüren, dass sie sich dem Leben entgegenstrecken und ihren eigenen Weg zur Blüte finden kann.
In diesen sechs Wochen habe ich noch einmal auf einer tieferen Ebene verstanden, wie sehr wir in diesem Zusammenhang auch unseren Atem schätzen und ehren dürfen.
Denn der Atem geschieht immer im Jetzt.
Ich kann gestern geatmet haben und ich kann morgen atmen.. doch dieser eine Atemzug geschieht genau hier. In diesem Moment.
Und genau darin liegt für mich etwas unglaublich Kostbares.
Trauma kann uns immer wieder in eine Erfahrung hineinziehen, die einmal geschehen ist und im Körper noch gegenwärtig sein kann. Der Atem kann zu einer Brücke werden, die uns hilft, wieder wahrzunehmen:
Ich bin hier, in diesem Körper und diesem Augenblick.
Im Jetzt können neue Erfahrungen entstehen. Unser Nervensystem darf erfahren, dass dieser Moment ein anderer ist. Dass wir heute Möglichkeiten haben, die wir damals vielleicht nicht hatten. Wir können wahrnehmen, fühlen, Einfluss nehmen, uns bewegen, unserer Stimme Ausdruck geben und atmen.
Gerade Atmung, Bewegung und unsere Stimme sind im Laufe meines Lebens für mich zu so kostbaren Zugängen zum gegenwärtigen Moment geworden. In diesen vergangenen Wochen durfte ich noch einmal tiefer erfahren, welche Kraft darin liegt, zu fühlen und meinen Gefühlen durch meinen Körper Ausdruck zu geben.
Denn manchmal braucht das, was wir fühlen, keine weiteren Worte. Es braucht einen Körper, durch den es sich bewegen und seinen Ausdruck finden darf.
Und es ist genau das, was ich aus diesen sechs Wochen mit nach Hause bringe:
Eine noch tiefere Achtung vor unserem Körper und seiner Weisheit. Vor unserer Fähigkeit zu fühlen und vor unserem Atem, der uns ein Leben lang begleitet und uns mit jedem einzelnen Atemzug wieder daran erinnert, wo das Leben geschieht.
Hier.
In diesem Augenblick.
Und genau hier kann Heilung geschehen.
Von Herzen
Serpil
P.S
WIEDERKEHRENDER WORKSHOP SEIT
ATEMKLASSE
In meiner Atemklasse erlebst du, wie du durch einfache und wirkungsvolle Atemübungen mehr Ruhe, Klarheit und Verbundenheit und Vertrauen in deinen Alltag einladen kannst. Ganz gleich, ob du erste Erfahrungen mitbringst oder bereits tiefer in die Atemarbeit eingetaucht bist.. dieser Kurs ist für dich und deinen Atem.
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